Alles eine Sache des Vertrauens

Ihr gehört auch zu der Sorte Mensch, die den Haustürschlüssel bei dem Direktor eurer Hausbank abgebt, weil man ihn so nett und vertrauensvoll findet? Nein? Warum benutzt ihr dann Smartphones, deren administrative Verwaltung Sicherheit (root) bei einem Diensteanbieter liegt?

Eure Haustüren haben sicher alle noch ein Kastenschloss, wie es schon Uroma benutzte? Nein? Warum benutzt ihr dann Smartphones, deren Patch- und Sicherheitslevel älter als 4 Wochen ist?

Die Welt befindet sich in einem digitalen Umbruch, wie es zuletzt bei der industriellen Revolution zu erleben war. Wo früher Papierdokumente, Unterschriften und Briefpost zu finden war, steht heute Digitalisierung, digitale Unterschriften, RFID, Messenger und Co.

Vor diesem Hintergrund werde ich in (sehr) loser Reihenfolge eine Beitragsserie starten, die sich mit informationeller Selbstbestimmung, digitaler Selbstverteidigung und anderen IT Security Themen befasst. Vertrauen ist gut. Vorbeugung ist besser.

Schätze suchen tut gut…

Geocaching war bislang ein mehr oder weniger abstraktes Fremdwort für mich. Warum sollte man per Geolokalisierung einen Ort suchen, wenn es Schilder gibt? Getrieben durch Werbeplakate und -flyer für die Suche nach dem Schatz vom Heilbachsee und von der Neugier wie die Suche wohl mit dem eigenen Smartphone realisiert werden kann, ging es dann auf Schatzsuche.

Voraussetzung ist ein GPS-Gerät. Sollte man kein eigenes besitzen, kann dieses für sehr günstige 2 Euro / Tag ausgeliehen werden. Als stolzer Besitzer eines GPS-fähigen Smartphones, musste natürlich das eigene Gerät herhalten. So liefert der Google-Market diverse Apps, welche sich nach der Beschreibung perfekt eignen sollten.

Aufgrund vieler positiver Bewertungen habe ich mich trotz kostenloser Alternativen für GeOrg entschieden. Einziges kleines Problem: Die Koordinaten des Schatzsuche-Flyers sind in Grad, Minuten, Sekunden angegeben. GeOrg möchte nur Grad und Minuten haben. Das bedeutet, die Sekunden müssen durch 60 dividiert und mit 1000 multipliziert werden, um die Koordinaten in der Anwendung korrekt erfassen zu können.

Der zurückzulegende Weg entpuppt sich als bestens ausgebaute Wanderstrecke, ohne größere Steigungen und stellt sich damit äußerst familienfreundlich dar. An den aufgeführten Wegpunkten sind einfache Aufgaben zu lösen, die sich im Wesentlichen auf das Ablesen bestimmter Nummern beschränken. Diese Nummern bilden später in der richtigen Reihenfolge die Koordinaten, an denen der Schatz des Heilbachsees gefunden werden kann.

Ohne Vorkenntnisse, war ich mir nicht sicher, was mich am Zielort erwartet und wie ich den Schatz als solches erkenne. So verliefen die ersten Minuten am Zielort auch durch eine dichte Bewölkung und umliegenden Wald erfolglos, da die Anzeige der Position recht ungenau war. Erst die Suche im Näheren Umkreis, an einer für mich doch eher ungewöhnlichen Stelle, brachte dann den Schatz und damit den Erfolg zu Tage.

Fazit
Die Suche nach dem Schatz vom Heilbachsee war eine schöne neue Erfahrung. Obwohl der zugehörige Wanderweg weder schwierig, noch besonders exklusiv war, stellte sich das Sammeln der Informationen mit einen gehörigen Spaßfaktor dar und machte Lust auf mehr.

Links

Bilder

Navigation zum nächsten Wegpunkt mit GeOrg
Auflistung der hinterlegten Wegpunkte / GeOrg
Einer der gesuchten Punkte

Social Media in Unternehmen – kann das gut gehen?

Am Freitag, den 24. September 2010, war es so weit: Der IT-Tag 2010 in der Saarbrücker Congresshalle. Wie bereits bei vielen Veranstaltungen in den letzten Jahren, sorgte insbesondere persönlicher Zeitmangel, trotz einer sehr interessanten Themenauswahl, für meine persönliche Nichtpräsenz.

Einen Tag später findet sich dann auf meiner Twitter-Zeitleiste der folgende Tweet von @Andi1984:

Tolle #Prezi von @tingimnetz zum Thema #Facebook, #Twitter und Co für Unternehmen und Social Monitoring. http://bit.ly/ting_prezi

Der Link führt zu dem verpassten Vortrag und beginnt mit dem Neugier erweckenden Titel „Wenn Sie nicht in einem sozialen Netzwerk sind, sind Sie nicht im Internet

Eindrucksvoll werden Informationen zu verschiedenen Social Media Diensten aufgeführt, welche schließlich zu der Frage führen, wie sich das riesige Potential im Internet nutzen lässt.

Hier möchte ich den direkten Bezug zu dem Vortrag verlassen, da mir leider die vielen wichtigen verbalen Ergänzungen fehlen und auf eigene, im Wesentlichen auf Twitter beschränkte, Gedankengänge wechseln.

Wichtig für eigene erfolgreiche Social Media Aktivitäten durch Unternehmen dürfte die zielgerichtete Steuerung der Informationen sein. Man stelle sich eine Hotline vor, bei der die eigenen Mitarbeiter Dinge wie „schon wieder so ein Tölpel am Apparat“ oder schlimmeres in Verbindung mit dem Unternehmen zwitschern.

Zielgerichtet bedeutet automatisch die Gefahr der Langeweile und zu einseitiger Betrachtung. Wen interessieren schon tägliche Beiträge wie „meine Produkte sind die besten“, welche immer wieder auf die gleichen statischen Infos zurückführen?

Eine weitere wichtige Fragestellung ist: Wen will ich ansprechen und wann soll dies geschehen? Viele Unternehmen verbieten die private Nutzung des Internet am Arbeitsplatz und Dienste wie Twitter, Facebook und Co genießen nicht unbedingt den Ruf rein professionell genutzt zu werden.

Gleichzeitig sollte man auch dafür gerüstet sein, wirklich Erfolg zu haben. Es gibt bei elektronischen Diensten wohl keinen größeren Bruch, als zu lange Antwortzeiten. Das Medium bedingt eine angemessen schnelle Reaktionszeit. Hier führen Mitarbeiter ohne ausreichende zeitliche Ressourcen für die Bearbeitung von Anfragen schnell zu unerwünschten Engpässen.

Letztlich sollte bereits im Vorfeld eine negative Reaktion der Social Media Nutzer bei Problemen einkalkuliert werden. Man denke nur einmal an die unzähligen negativen Kommentare und Schlagzeilen zu BP als Konsequenz der missglückten Tiefseebohrung.

An dieser Stelle unterbreche ich zunächst einmal meine Samstag morgendlichen Überlegungen zur professionellen Nutzung von Web 2.0 mit Diensten wie Twitter und Co.

Mein persönliches Zwischenfazit

Wenn man private Nutzer ansprechen möchte oder es schafft, dass professionelle Nutzer sich in ihrer Freizeit mit den bereitgestellten Informationen beschäftigen, ist die professionelle Nutzung von Social Media ein Muss.

Wenn man gezielt Firmen und deren Mitarbeiter während deren Arbeitszeit ansprechen möchte, fehlt mir derzeit der Glaube an das Interessen-Potential der Zielgruppe.

Eins scheint sicher. Wer die Dienste des Web 2.0 geschäftlich nutzen möchte, sollte dies nicht tun, ohne sich im Vorfeld Gedanken darüber zu machen, wen und was man überhaupt erreichen möchte.

Insbesondere beim Start sollte ausreichend Expertise zur Verfügung stehen, um nicht durch eine wenig zielgerichtete Vorgehensweise mehr schlecht als recht zu machen.

Social Media in Unternehmen kann und wird abhängig von der eigenen Planung, der anvisierten Zielgruppe und der eingesetzten personellen Ressourcen gut gehen. Wunder sollte man sich davon nicht erhoffen.

In diesem Sinne bin ich www.ting-im-netz.de für den interessanten Vortrag sehr dankbar. Besonderer Dank auch an @andi1984 für den Tweet mit dem Link zu dem Vortrag.

Links

Lizenz

Der vorstehende Text steht unter der Creative-Commons-Lizenz by-nc-sa